Aus der Grube an die Wand
Schüler der Johannes-Kepler-Schule verzieren die Bahnhofswände mit farbenfrohem Graffiti zum Thema Bergbau
Nein, es geht nicht um Kali und Salz, zumindest nicht direkt. Aber zunächst ein Blick in die Geschichte: Was gehört zweifelsfrei zu den frühesten Formen kultureller Ausdrucksformen? Richtig: Höhlenmalerei. Die Höhlen in Lascaux in Frankreich vermitteln einen Eindruck davon, wie Menschen vor ca. 17.000 Jahren gelebt haben, wie sie jagten, welche Rituale sie pflegten.
Es ist nur schwer vorstellbar, dass diese Bilder, die mit so einfachen Mitteln kunstvoll gestaltet wurden, eine halbe Ewigkeit überdauern konnten und heute noch Menschen zum Staunen und Nachdenken bewegen.
Schließen wir den Bogen vom Weltkulturerbe Lascaux und richten den Blick nach Neuhof, wo die Schüler der Abgangsklassen der Johannes-Kepler-Schule sich kulturell auf ähnliche Weise verewigt haben.
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Neuhof und unter Anleitung des Graffiti-Künstlers Ingmar Süß sprayten die jungen Kreativen, was die Dose hergibt, und kreierten neuerlich farbenfrohe Graffitis in der Passage zu den Gleisen. Thematisch ging es dieses Jahr um den Bergbau, also um das, was sich in der Fantasie der Schüler unter Tage abspielt.
Über hundert Motive wurden zuvor im Kunstunterricht von Kathrin-Maldana Pfaff entworfen, inspiriert von den Arbeiten James Rizzis, der für seine farbenfrohen 3-D-Kunstwerke bekannt ist. Unterstützt wurden die Schüler nicht nur von Ingmar Süß, sondern auch von Markus Gärtner vom gemeindlichen Bauhof. Ein großes Dankeschön geht auch an das Team der Bahnhof-Apotheke, das ganz selbstverständlich im Hintergrund unterstützt hat.
Die Graffiti-Aktion hat sich in den letzten Jahren zu einem etablierten Projekt entwickelt und zeigt, wie Schule und Gemeinde erfolgreich zusammenarbeiten und dabei Neuhof ein klein wenig bunter machen. In 17.000 Jahren wird sich dann mit großer Wahrscheinlichkeit dem zukünftigen Höhlenforscher erschließen, wie die Menschen rund um und unter dem Kaliberg gelebt haben.